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Presse und Service | Foto: A. Zelck / DRKS

Mit Blaulicht auf dem Wasser: DRK-Wasserwacht darf speziellen Sportbootführerschein nun selbst ausbilden und prüfen.

In Greifswald wurde das neue Ausbildungsprogramm erstmals getestet. Zwei Wasserwachtler aus Ostvorpommern-Greifswald waren dabei und dürfen nun für den Dienstbootführerschein „See“ schulen und die Prüfungen in dem Bereich abnehmen.

Thomas Rohleder und Nicole Wessler aus dem DRK-Kreisverband Ostvorpommern-Greifswald e.V. halten seit kurzem ihre neuen Ausbildungs- und Prüfungsberechtigungen in den Händen. Sie sind zwei von bundesweit 17 ehrenamtlichen Kräften im Deutschen Roten Kreuz, die erstmals selbst den Dienstbootführerschein „See“ schulen und prüfen dürfen. „Diesen Schein benötigt man, um vereinfacht gesagt, mit dem Blaulicht auf dem Wasser fahren zu können. Wir bereiten andere nun intensiv auf diese Aufgabe vor“, erzählt Thomas Rohleder. Nach dem Prüfungsbereich „Binnen“ weitet die Wasserwacht ihre Kompetenzen auch auf den Seebereich aus und hat nun alle Voraussetzungen geschaffen, um den eigenen Nachwuchs selbst auszubilden und Dienstbootführerscheine auszustellen. Seit Anfang des Jahres ist die dazugehörige Vorschrift für den Bootsdienst in Kraft.

„Wir haben viele erfahrene Kräfte, die unseren Retter-Nachwuchs schon seit Jahren auf die Prüfung für den Dienstbootführerschein ‚See‘ vorbereiten. Jetzt haben wir auch die letzte Hürde genommen, um unsere Kräfte selbst zu qualifizieren und ihnen dies auch entsprechend zu bescheinigen. Jetzt hat das Ganze einen verbindlichen, amtlichen Charakter“, so Thomas Pohlers, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes und Landesleiter der Wasserwacht Mecklenburg-Vorpommern. Die Wasserwachtler sind somit unabhängig von externen Prüfungsausschüssen und können eigene Prüfungskommissionen stellen. „Wichtig ist hier die strikte Trennung beider Berechtigungen. Wenn jemand ausbildet, darf er natürlich nicht die Prüfung abnehmen. Aber dazu gibt es dann eine enge Abstimmung und einen Austausch zwischen unseren DRK-Kreisverbänden, um gegenseitig Prüfungskommissionen zu stellen“, erläutert Thomas Pohlers weiter.

Beim Pilotlehrgang in Greifswald standen die Vermittlung des umfangreichen Theoriewissens und die Durchführung von praktischen Prüfungen auf der Tagesordnung. Die Teilnehmer mussten auf der Ostsee selbst mögliche Prüfungsmanöver demonstrieren und wurden dabei durch andere Teilnehmer und externe Ausbilder des Deutschen Seglerverbandes (DSV) beobachtet und begleitet. „Als Ausbilder muss ich die üblichen Inhalte eines Sportbootführerscheins, wie Fahrmanöver, Navigation und Schiffsbetriebstechnik vermitteln können, aber auch spezifische Themen, die mit der Rettung von Personen zu tun haben. Zum Beispiel lernen die Helfer, was sie tun müssen, wenn sie Personen in Notsituationen aus dem Wasser retten. Wir bereiten die Nachwuchskräfte auf diese Sonder- und Stresssituationen vor und haben in unserer Ausbildung im April die Vermittlung dieser Inhalte trainiert“, erzählt Thomas Rohleder. Seit vielen Jahren ist er als Rettungsschwimmer bei der Wasserwacht aktiv und weitete sein Engagement schnell auch auf den Wassergefahrenzug, eine Einheit des Katastrophenschutzes, aus. Ab sofort kann er nun als Ausbilder und Prüfer für den Dienstbootführerschein See eingesetzt werden. Ebenso seine Kameradin Nicole Wessler. Sie ist seit Ende 2009 bei der Wasserwacht aktiv und wie sie selbst sagt, „hier hängen geblieben“. Sie wollte mehr als nur regelmäßig das Schwimmen zu trainieren und als Rettungsschwimmerin den Tag auf dem Rettungsturm zu verbringen. Dem Wasser hielt sie jedoch die Treue und wechselte ebenfalls in den Wassergefahrenzug. „Wenn man hier erst einmal aktiv dabei ist, will man weiter kommen, sich auch selbst hinter das Steuer stellen und ausbilden“, berichtet Nicole Wessler. Genau das kann sie nun tun und andere für die Aufgabe hinter dem Steuer eines Dienstbootes fit machen.

Mit der Qualifizierung der ersten Ausbilder und Prüfer für den Bereich ist ein wichtiger Meilenstein gelungen und eine lange und intensive Vorbereitungszeit erfolgreich zu Ende gegangen. Die neuen Ausbilder sind stolz, nun endlich auch selbst die Dienstbootführerscheine für diesen Bereich ausstellen zu können.

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